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Tinog, der dunkle Bruder

Tinog, ist ein angesehenes Mitglied der Stammesgemeinschaft. Der hühnenhafte Mann, der zur Familie des Moosdachhauses gehört wird allgemein als guter Fischer und zuverlässiger Gefährte geschätzt. Inzwischen vollkommen in Vergessenheit geraten, sind die seltsamen Ereignisse die seine Geburt umgaben.
 
Vor nun über 40 Jahren wurde Unaki, die zu dieser Zeit keinen ständigen Gefährten hatte, schwanger. Um die Frage wer der Vater nun sei machte sie ein großes Geheimnis.Der Vater so sagte sie, sei ein Mann wie es keinen zweiten gäbe. Die Familie nahm an, dass es ein Mann sei der in einer festen Bindung sei und dass Unaki keinen Streit provozieren wolle. Insgesamt war dies kein außergewöhnliches Verhalten und wurde als bescheiden und klug respektiert.
 
Noch in der Schwangerschaft befiel Unaki eine seltsame Krankheit. Ständig klagte sie über Übelkeit und Kopfschmerzen, statt zuzunehmen nahm sie anfänglich ab, erst in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft begann sie Gewicht anzusetzen. Doch statt rund und zufrieden zu werden, wurde sie aufgedunsen und unleidlich. Ständig musste sie Wasserlassen und ein großer Durst befiel sie. Immer kränker wurde sie gegen Ende der Schwangerschaft, sobald sie sich stieß oder schnitt blutete sie stark und wilde Lichter begannen vor ihren Augen zu tanzen.
 
 Die Familie die bemerkte, das Unaki nicht gesund war zog die damalige Yjei Untagi Welwuna zu Rate. Diese untersuchte die kranke Schwangere und sagte das sie von einem bösen Geist befallen sei, der sich von der Liebe der Schwangeren nähre. Erst wenn die Schwangerschaft zu einem guten oder schlechten Ende gebracht worden sei, bestünde Hoffnung auf Besserung. Doch Unaki wollte ihr Kind und sagte ihre Liebe würde den Geist besiegen, sie hätte genug für den Geist und das Kind. Welwuna wiegte den Kopf und murmelte etwas von der Dummheit kalbender Weiber, ließ es aber gut sein, da sie sah, daß Unaki fest entschlossen war. Sie kümmerte sich um Unaki und gab ihr Kräuter, die den Geist schwächen sollten, tatasächlich ging es Unaki in der Folge ein bisschen besser. Doch einen Monat vor dem verkündeten Termin ihrer Niederkunft stieß sie plötzlich einen Schrei aus und stürzte mit Schaum vor den Lippen zu Boden. Dort wandt sie sich in Krämpfen, als die von der entsetzten Verwandtschaft herbeigeholte Welwuna eintraf wußte sie sofort, daß Unaki den Kampf gegen den Geist verloren hatte. Sie sagte die Schwangerschaft müsste nun enden, sofort oder weder Kind noch Mutter würden überleben. Unaki, die inzwischen wieder zu Sinnen gekommen war streubte sich aber und bettelte, man möge ihr das Kind nicht nehmen. Da scheuchte Welwuna die ganze Verwandtschaft aus dem Haus und begann mit einer Anrufung der Geister. Die ganze Nacht sang sie und tanzte im Moosdachhaus. Am Morgen aber schrie Unaki wieder den Schrei und unterbrach damit den Gesang der Yjei Untagi. Lange Zeit hörte die Familie dann nichts und dann den starken Schrei eines Neugeborenen der sich des Wassers des Otterbaus entledigte. Alle lachten und beglückwünschten sich zu diesem glücklichen Ausgang, schnell beilten sich die Leute heißes Wasser zu bereiten um die Wunde der Mutter zu versorgen.
 
Doch als sie in ihr Haus traten bot sich ein Anblick des Grauens. Welwuna saß am Boden, in den Händen einen blutüberströmten schwächlichen Säugling, der leise plärrte. Daneben mit aufgerissenem Bauch Unaki, bleich und leblos. Welwuna verkündete müde und schwach der Kampf gegen den Geist sei verloren, zu lange habe sie gewartet die Schwangerschaft zu beenden. Nur dem Kind habe sie im letzten Augenblick das Leben retten können, soweit sie das überblicke, sei er zwar etwas schwächlich aber sonst gesund und männlich. Ohne weitere Worte drückte sie das Kind einer der entsetzten Tanten in die Arme und wankte nach Hause.
 
Die Familie war der Überzeugung, dass das Kind seine Mutter umgebracht hatte. Der blutige Säugling, der aufgrissene Bauch sprachen eine deutliche Sprache. Doch da Welwuna keinen weiteren Handlungbedarf sah, nahm man den Mörder in der Familie auf. In diesem Klima wuchs Tinog auf. Stets war er sich bewußt, dass er seine Mutter auf grauenhafte Weise ermordete hatte.
 So manch einer mochte glauben, dass aus dem Jungen, der ständig mit den unausgesprochenen und ausgesprochenen Vorwürfen seiner Umgebung lebte nichts werden könne. Doch Tinog überraschte alle. Im Genteil schien es so zu sein, dass er mit übermäßiger Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft seine schlimme Tat gut machen wolle. Stets war er fröhlich und höflich, er war klug, anständig und aufrichtig, er half treu seinen Geschwistern und log nur, um andere zu schützen. Mit der Zeit geriet die schlimme Tat in Vergessenheit...
 
Doch vergessen ist sie nicht. Tinog einnert sich genau. Nachts liegt er auf seinem Lager und hat seltsame Träume, in denen er Menschen auf grausigste Weise tötet und verstümmelt. Er fürchtet sich vor diesen Träumen und gesteht sie niemandem, da er Angst hat, dass dann das alte Mißtrauen erneut aufbrechen könnte.
 
Als es für ihn an der Zeit war seinen Schutzgeist zu suchen, brach er, wie viele nach Chludin, auf das Meer hinaus auf. Er kam zurück mit dem Totemgeist der Meereschildkröte, ein nicht ungewöhnlicher Geist.
Doch er kann sich in Wirklichkeit nicht erinnern. Nur Träume von weißen Schatten, eine Jagd und Lust am vernichten. Doch dies hat er keinem erzählt.
 
Tinog ist in Wahrheit besessen vom Bielomak. Schon in der Schwangerschaft hatte der Bielomak von seiner Mutter Besitz ergriffen. Er war es der seine Mutter verzauberte und mit ihr das Kind zeugte. Er war es der die Mutter tötete und er ist es der Tinog die seltsamen Träume beschert und er ist Tinog Totemgeist. Tinog ist ein Tiermeister des Bösen. Da Tinog jedoch tagsüber nur eine gering Ausstrahlung hat, kann er keine Tiere an sich binden. Die wirren Träume aber sind teils reale Erlebnisse der Nacht die Tinog am Tag nicht erinnert, teils Geistreisen in das Reich des Bielomak, wo er neue Zauber lernt. Diese Zauber behrrscht er nur in seiner dunklen Gestalt. In dieser Gestalt steigt auch seine Ausstrahlung, so dass er dann Vertraute hat, die er rufen kann.
 
Zur Zeit gehorchen ihm ein Rudel (6) Riffhaie (Grad 3), zwei große weiße Tiefseehaie (Grad 5) und ein junger Krake (Grad 8).
 
In letzter Zeit verbringt Tinog immer mehr Nächte in seiner dunklen Gestalt und terrorisiert Dörfer an der Küste, doch auch Zavitaya beginnt unter ihm zu leiden, wobei die Bevölkerung dazu neigt die Schuld bei Chludins Gülirei zu suchen.
 
Tinog ist als Charakter, ein innerlich zerissener Mensch, was er jedoch gut zu verbergen weiß. Seit kleinster Kindheit lebt er mit dem Vorwurf ein Mörder zu sein, daher fürchtet er nichts mehr, als dass sich dieser Vorwurf bestätigen könnte. Er wird deshalb jeglichen Zusammnhang zwischen ihm und dem dunklen Bruder leugnen. Aufmerksame Menschen (Menschenkenntnis) haben die Möglichkeit, diese innere Zerissenheit zu erkennen. Tinog hat aber genau für diesen Fall eine Maske entwickelt, die er meisterhaft beherrscht (Schauspielern +15).
 
Die meisten Zauber beherrscht er nur des Nächtens. Tagsüber kann er sich jedoch mit einer unbewußten Form des Zaubers Tier rufen (ein kleines Lied) sich Jagdglück verschaffen.
 
Was geschieht wnn Tinog gefangen wird? Wird eine Seelenheilung, Austreibung des Bösen oder ein anderer mächtiger Zauberspruch Tinog erlösen können? Wird ein solcher Spruch den guten Tinog erhalten oder bliebe nur eine leere geistlose Hülle von ihm übrig? All dies sind Dinge, für die eine Gruppe beherzter Abenteurer die Lösung finden kann, oder den Tod...


Urpo und sein Kräuterfloß

Der 19jährige, schlacksige Urpo (1,77m, 54kg) und sein ihm wie aus dem Gesicht geschnittener Bruder Irpo (16 Jahre) leben mit ihrer Schwester Iripa (15 Jahre) auf dem Kräuterfloß, das mit seiner Hütte und dem zusätzlichen Zelt wie ein Schamanenfloß aussieht.
 
 Urpo hat das Floß von seiner Mutter Uripa übernommen als diese vor einem Jahr Zavitaya verließ, um die Braut des Bibermannes Kirilto zu werden. Urpo ist sehr wortkarg und schüchtern, beinahe schon scheu zu nennen. Wenn er sich unterhält, spricht er mit leiser Stimme und ihm sind Gespräche mit Frauen eindeutig lieber Unterhaltungen mit Männern. Für ihn sind Männer zu laut und zu bedrohlich. Auf Fragen antwortet er wahrheitsgemäß und unterwürfig, doch leider auch nicht allzu ausführlich. So muss man ihm fast alles aus der Nase ziehen. Vergisst man dies, können schon einmal wichtige Informationen unter den Tisch fallen. Urpo widmet sich eben lieber seinen Kräutern als seinen Mitmenschen (Kräuterkunde+9). Sein Bruder ist in dieser Beziehung genauso, hat jedoch noch ein wenig von seinem Bruder zu lernen (Kräuterkunde+7).
 
 Die beiden Brüder würden vermutlich auch verhungern, wäre da nicht ihre kleine Schwester, die sich rührend um die beiden kümmert und den Alltag fest im Griff hat. Sie kennt sich dafür überhaupt nicht mit all den Kräutern aus, die Urpo und Irpo so oft vom Meeresboden oder aus dem Wald mit nach Hause bringen. Sie ist recht gut mit Kirima befreundet, bei der sie sich gern und oft über ihre Brüder beschwert.
 
 Die Hütte der Familie ist ein recht gemütlich und eindeutig von Frauenhand eingerichteter Lebensraum. Im Floßzelt hängen verschiedenste Kräuter von der Decke und lagern in tönernen Tiegeln und Töpfen. Sucht ein Kräuterkundiger hier nach Besonderheiten, wird er viele der Kräuter bemerken, mit denen man gern seinen Erste-Hilfe-Kasten auffüllt. Ein erfolgreicher EW-4:Kräuterkunde lässt zudem zwei Kräuter finden, aus denen man je einen Heiltrank und 2W3 Krafttrünke gewinnen kann. Diese Kräuter werden allerdings gut gehütet und entsprechend teuer eingetauscht. Viele der hier lagernden Kräuter helfen gegen alltägliche Krankheiten.


Valle Villo und Arihu An Am

Valle lebt zusammen mit Arihu An Am, einem Geschichtenerzähler, angeblich seinem Partner. Beide Jungspunde haben bleiche Haut, tiefe Augenringe, dunkle Augen, wallendes, lockiges Haar und bezeichnen sich als Musiker. Vermutlich meinen sie damit, dass sie zu viel Tangbier trinken, üble Rauschkräuter rauchen und alles, was nicht bei drei auf der Schwarzweide ist, anbaggern. Mit viel Erfolg, wie es scheint, denn beide sind körperlich äußerst attraktiv und haben eine faszinierende, wenn auch leicht morbide Ausstrahlung.
 
Die zwei sind 19 Jahre alt und haben seit ihrem Mannbarkeitsritual die meiste Zeit auf ihrem eigenen Floß verbracht. Ukwuk versucht ständig, die beiden zu vernünftigen und arbeitenden Mitgliedern der Gesellschaft zu machen, doch viel lieber unterhalten sich die beiden mit Jajak über die Geisterwelt.
 
Beide sind zauberisch völlig unbegabt. Djanilla hat die beiden mehrfach auf Strafexpeditionen geschickt, doch auch das konnte ihren Arbeitswillen bisher nicht wecken. Weder die Fischerei noch die Arbeit mit Seilen oder an Flössen scheint sie lange genug zu faszinieren. Noch hat Djanilla die Hoffnung nicht aufgegeben, dass etwas gescheites aus ihren Neffen wird.


Voidan (der den Bären beißt), 26 Jahre


Voidan (Seefahrer), Gr. 4 In:m45
LP 15, AP30, Gw96, St83, Au97, pA10, Wk66, Sb11, B24, TR
Abwehr+15, Resistenz+12/14/14
Streitkolben+11 (1W+4; aus einem Bärenknochen), Faustkampf+10 (1W+1), leichter Speer+9 (1W+3), Wurfspeer+9 (1W-1) ? Raufen+8 (1W)
Besonderheiten: Rudern+16, Schwimmen+19, Seemanngsgang+17, Tauchen+15, Balancieren+17, Fangen+15, Seilkunst+15, Athletik+10

Voidans Name bedeutet ?der den Bären beißt?. Diese Ehrentitel hat er sich bei einem Zweikampf mit einem Bären verdient. Er vertrieb das Raubtier durch einen kräftigen Biss ins Ohr. Zu Voidans Glück handelte es sich dabei zwar um ein gerade von seiner Mutter verstoßenes, verwirrtes Jungtier. Doch seitdem wurde die Geschichte einfach zu häufig erzählt. So wuchs und wuchs der Bär im Laufe der Zeit wie dies auch die Fische der Angler tun.
Mit seinen 26 Jahren lebt Voidan als ältester von allen immer noch auf dem Junggesellenfloß. An seiner kräftigen Statur und seinem Aussehen kann dies nicht liegen. Er hegt und pflegt seinen Körper, denn er ist sein wertvollster Besitz. Nur selten kehrt er ohne beeindruckende Beute von einer Jagd oder einem Fischzug zurück. Im Kampf ohne Waffen ist er seit Jahren unbesiegt. Man sollte ihn nicht provozieren, denn er ist leicht reizbar. Nur die wenigsten Männer Zavitayas hat er noch nicht ins Wasser geworfen, wenn sie ihn ärgerten.
Durch seine bärbeißige Art hat ihn weder bei den Frauen noch den Männern der Stadt besonders beliebt gemacht. Seine sarkastischen und verletzenden Bemerkungen werden von allen mit Ausnahme Ukwuks gefürchtet. Wo es geht, meidet man Voidan. Er ist sehr dankbar dafür, denn je weniger sich die Leute mit ihm befassen, desto seltener gehen sie ihm auf die Nerven.
 
Hinter vorgehaltener Hand vermuten vor allem seine Mitbewohner auf dem Junggesellenfloß, dass er so übel gelaunt sei, weil ihn noch immer keine Frau erwählt habe. Nicht einmal Jeweje scheint sich für ein Abenteuer mit ihm zu interessieren. Die Kinder Zavitayas flüstern, er könne nicht lachen.
Doch nicht nur durch seine verletzende Art verschreckt Voidan jeden, der ihm begegnet. Er ist stockkonservativ und hasst jegliche Veränderung bzw. alles, was ihm fremd ist. Am besten bliebe für ihn alles so, wie es immer war. Jede Abweichung von den Traditionen kann nur Unglück bringen. Voidan vermag aus allem eine finstere Zukunft zu konstruieren. Das Auftauchen von Fremden ist gar ein Zeichen für den baldigen Untergang der Stadt. Mit dieser Ansicht lag er das ein oder andere Mal sogar richtig (vgl. das Abenteuer Koojkol). Dabei schert er sich nicht um das Wohl anderer, sondern nur um sein eigenes.
 
Fremden gegenüber wird er abweisend reagieren, als litten sie unter ansteckenden Krankheiten. Genau diese Vermutung und noch viele andere, zu denen sie ihm Anlass geben, wird er wiederholt äußern. Sollte auch nur irgendetwas Ungewöhnliches geschehen, während sich Fremde in der Stadt aufhalten, sind mit Sicherheit sie daran schuld. Solcherlei Beschuldigungen vermag er sehr überzeugend vorzubringen (Menschenkenntnis+8 ? wirkt vor allem durch Einschüchterungen). Diesen Einfluss übt er vor allem auf die anderen männlichen Junggesellen aus, die seine Schwarzmalereien dann weiter in der Stadt verbreiten. Über kurz oder lang wird sich daher das Verhältnis der Zavitayesen gegenüber den Ausländern deutlich verschlechtern. Er lässt sich allein von Ukwuk in die Schranken weisen und schreckt den Fremden gegenüber auch nicht vor einer Prügelei zurück.


Welwuna

Welwuna, ehemalige Yjei Untagi (Hüterin der Geheimnisse der Ottermutter) von Zavitaya und Familienoberhaupt des Otterhauses - oder wie sie selber sagen würde "Zavas Haus"
 
 Welwuna, die Mutter der derzeitigen Yjei Untagi, ist eine Frau beachtlichen jedoch unbekannten Alters. Die Behauptung unverschämter Bengel allerdings, sie habe Zava noch persönlich gekannt ist, zumindest bezogen auf ihr Alter, falsch.
 
Welwuna ist eine Frau die alleine mit ihrer Präsenz einen Raum zu füllen vermag. Sie ist von kleiner untersetzter Statur, doch hält sie ihr Kreuz gerade als ob es ihr damit gelänge größer zu werden. Sie trägt das schlohweiße Haar in einem streng gebundenen Zopf nach hinten. Die Kleidung aus weichem Leder ist reich bestickt mit Symbolen aus der Geisterwelt. Die zerfurchten Gesichtzüge sind von einer eisernen Strenge geprägt und ihr Gesicht hat etwas maskenhaftes. Keiner kann sich daran erinnern Welwuna jemals lachen gesehen zu haben.
 
96 Jahresläufe ist es nun her, dass Welwuna im Haus des Otters das Licht erblickte. Ihre Mutter war die amtierende Yjei Untagi mit Namen Zunivana. Während ihrer Schwangerschaft kam es zu einem schlimmen Ausbleiben der jährlichen Fischwanderung im Herbst, da dass ganze Dorf nun einer winterlichen Hungersnot gegenüberstand, sah sich Zunivana, trotz ihrer Umstände gezwungen einen Geisterlauf zur Ottermutter zu unternehmen, um die Gründe und mögliche Abhilfe in Erfahrung zu bringen. Doch als Zunivana die Geisterwelt betrat merkte sie, dass sie nicht alleine war. Neben ihr schritt, als kleines Schimmern nur zu sehen, ihre Tochter. Entsetzt erkannte sie, welcher Gefahr sie das Ungeborene aussetzte, doch zum Umkehren war es nun zu spät. So reiste Welwuna bereits als ungeborenes Kind zur Yjei-Doma und wurde ihrer Weisheit und Liebe teilhaftig. Diese Urerfahrung hat sie tief geprägt.
 
Die Kindheit Welwunas war bereits von ihrem ausgesprochenen Zaubertalent beeinflusst. Früh trat sie der Mutter als Hilfe zur Seite und lernte vieles über die Geister und ihre Anrufungen aber auch über die Naturgewalten, die alten Sagen und Geheimnisse, die Kräuter, Heil- und Giftpflanzen, die Tiere der Wogen, der Wälder und der Lüfte.  Als die Zeit gekommen war, das sie sich auf die Suche nach einem Schutzgeist begeben musste, ruderte sie in die Felsklippen in denen die Otter nisteten, nahm die Kräuter die einen Eintritt in die Geisterwelt ermöglichen und kehrte nach zwei Stunden nach Zavitaya zurück. Die Ottermutter hatte sie erwählt. Dieser kurze und unkomplizierte Umgang mit den Problemen der Geisterwelt ist Welwunas Markenzeichen.
 
Die Mutter Welwunas kam während einer kriegerischen Auseinandersetzung mit einem verfeindeten Küstenstamm ums Leben, so daß die Weitergabe des Amtes nicht durch die Yjei-Untagi persönlich erfolgen konnte. Also wurde eine große Geistreise angesetzt, bei der alle Schamanen des Stammes gemeinsam zur Ottermutter reisten. Welwuna war zu diesem Zeitpunkt gerade Mitte zwanzig und hatte zwei Kindern, unter anderem einem Paenobek, das Leben geschenkt. Sie war bereits zurück von der Geistreise, als die anderen sich noch in Trance sangen. Diese wiederum konnten sich nur noch die Bestätigung abholen, daß Welwuna trotz ihrer Jugend die neue Yjei-Untagi sei.
 
Seither sorgte sie für die Bedürfnisse der Einwohner Zavitayas in der Geisterwelt. Daraus leitete sie jedoch wesentlich größere Entscheidungbefugnisse ab, als irgendeine Ocata Oki bereit war ihr zuzugestehen. Immer wieder kam es daher zu schlimmen Streitereien zwischen den Anführerinnen Zavitayas (drei hat sie miterlebt) und der Schmanenältesten.
 
Leider fehlt Welwuna, was sie an Leichtigkeit im Umgang mit der Geisterwelt besitzt, im sensiblen Umgang mit den Menschen völlig. Letztendlich ist sie nicht in der Lage tiefere Stimmungen nachzuempfinden, die meisten Gefühle, andersgeartete Empfindungen oder ein auf einer anderen Sicht basierendes Weltbild betrachtet sie nur als Flausen und dumme Zeitverschwendung. Welwuna ist der festen Überzeugung die einzige und wahrhaftige Wahrheit zu kennen, jegliches davon abweichende Vehalten entzieht sich vollkommen ihrem Verständnis. Erschwerend kommt ihr volkommener Mangel an Taktgefühl hinzu, der sie Dinge zu Zeiten sagen lässt, zu denen sie bestenfalls als unpassend, meistens aber als Affront empfunden werden.
 
Die menschlichen Schwächen Welwunas wurden aber von den Menschen Zavitayas gerne in Kauf genommen, da die Schamanenälteste über einen unerschöpflichen Wissensvorrat verfügte, eine begnadete Zauberin war und sicherlich immer vollkommen uneigennützig das Wohl Zavitayas im Auge hatte. Schkießlich fand sie auch in Anissa der letzen Okata Oki* eine Häuptlingsfrau, die ihr mehr als ebenbürtig war.
 
Mit zunehmendnem Alter erkannte Welwuna, dass sie nicht mehr ewig die Geschicke Zavitayas in den Händen halten konnte und gab wenn auch schweren Herzens die Nachfolge ihres Amtes an ihre Tochter Hewadane weiter. Dies erfolgte nicht wie allgemein angenommen wurde auf ihren Willen, sondern war die eindeutige und unverbrüchliche Wahl der Ottermutter. In ihrer unnachahmlichen Art hielt sie es aber nicht für nötig irgendjemanden darüber zu informieren.
 
Seither verbringt sie ihre Zeit damit das Haus des Otters als Familienälteste zu tyrannisieren oder ihren ehemaligen Schüler Ukwuk zu schulmeistern, was dessen chronisch schlechte Laune nicht gerade bessert. Weiterhin mischt sie sich in alle Belange des Dorfes mit großer Vehemenz ein und besetzt noch immer einen Platz im Stammesrat. Sie wird auch nicht müde zu betonen, dass bevor sie sich von der derzeitigen Schamanenältesten bemuttern lasse, man ihr bitte den Schädel mit einem schweren Knüppel einschlagen möge.



Last update:  18:45 17/02 2007