Die Stadt
Die Gesellschaft
Geschichte(n)
Magie und Thaumturgium
Handwerk
Bestiarium
Bevölkerung
Downloads
Der Rest der Welt
Impressum und Rechtshinweis


Essen

Das Essen in Zavitaya wird natürlich überwiegend von den Gegebenheiten bestimmt und besteht zu einem überwiegenden Teil aus (See)Fisch, Krebsen, Krabben und Muscheln. Die Meeresfrüchte werden meist roh bzw. getrocknet gegessen, verkocht werden meist die Fischinnereien bzw. bestimmte Muschelarten, um daraus einen Fischsud bzw. eine Fischsuppe herzustellen.

Daneben ist Tang in allen Zubereitungsarten der wichtigste Stärketräger bei Speisen. Hier eine kurze Erklärung, welche Möglichkeiten der Tangzubereitung man kennt:

Tang ist eines der Grundnahrungsmittel in Zavitaya. Es gibt sehr viele verschiedene Tangarten, die auch unterschiedlich verwendet werden können, doch die häufigste Form in der Bucht der tausend Flöße ist das Kolikoloï, was nichts anderes heißt als "tägliches Essen". Ob sich das allerdings darauf bezieht, daß sehr viele Speisen in Zavitaya diese Tangart als Grundstoff in verschiedener Form verwenden, oder ob gemeint ist, daß diese Speise täglich verfügbar ist, weil sie immer in ausreichender Menge nachwächst, ist unklar.
 Das Kolikoï bildet große, Wald- oder Riesengrasartige Flächen zustande und kann bis zu mehreren Zehnermetern hoch im Wasser wachsen.
 
 Die Verarbeitungsarten
 Kolikoloï kann frisch verzehrt werden (so wie einige andere Tangarten) und wird so auch manchmal genutzt.
 
 Häufiger ist jedoch, den Tang zu ernten, danach aufzulegen und das überflüssige Wasser herauszupressen. Danach kann man Kolikoloi als eine Art "Blätterteighülle" für Fische, zum Füllen derselben oder als "Knabberei" für Zwischendurch verwenden. Auf diese Weise ist der Tang einige Tage haltbar.
 
 Doch am häufigsten wird es zu Tangstaub verarbeitet. Dies ist eine recht aufwändige Methode, doch dadurch kann man es länger haltbar machen, und vor allem zu Sachen verarbeiten, die mit dem Urprodukt wenig zu tun haben.
 
 Herstellung von Tangstaub
 Zuerst werden die Tangblätter geerntet, das überflüssige Wasser ausgepreßt, und die Blätter danach zum Trocknen aufgelegt. Wenn sie eine relativ trockene Konsistenz erreicht haben, werden sie zerrieben und dann weiter in Säcken in den Hütten aufbewahrt (möglichst trocken).
 Nach etwa einer Woche sind daraus Raschelblätter geworden. Diese werden nun weiter in Mörsern zerstampft, bis es ein feiner Staub geworden ist. Dieser wird in Bottichen mit klarem Trinkwasser eingestreut und nach etwa einer Stunde waschen wieder herausgezogen. Der starke Tanggeschmack (und speziell das jodig-salzige) ist nun zum Großteil verschwunden und man kann, nach erneuter Trocknung (den jetzt eher block- oder Ziegelartigen) Tangstaub, der inzwischen ein stark Stärkehaltiges Material geworden ist, zu weiteren Sachen verarbeiten.


Trinken

Frischwasser (Süßwasser) ist in Zavitaya nicht direkt verfügbar, da Zavitaya in einer Brackwasserbucht liegt. Um zu Süßwasser zu kommen, hat man verschiedene Arten gefunden:

Die "Wasserpflanzen" werden besonders im Frühjahr und Hochsommer als eine Hauptnahrungsquelle neben den Meeresfrüchten angesehen und decken durch ihren hohen Wassergehalt einen großen Teil des Wasserbedarfs der Zavitayesen. Diese sind zuerst in Algenform wie sehr wäßriges Gemüse als Beilage zu nutzen und später im Jahreslauf reifen sie zu Seemelonen heran, die wäßrig und leicht sauer exzellente Durstlöscher sind.


In Zeiten des geringen Wachstums, besonders großer Hitze und speziell im Winter fährt man mit Booten etwas stromaufwärts, um an bekannte, über das Jahr gleichtemperierte Tiefengrundwasserquellen zu gelangen, um den Bedarf zu decken.

Wenn es regnet, erspart man sich einen Teil der Arbeit durch kleine Hauszisternen, die entweder (selten) aus einem kleinen, gepichten Holzfaß oder öfter in Form eines großen Lederschlauches (-sackes) bestehen.
 
 Außerdem werden bei Überangebot der Wasserpflanzen (im späten Frühjahr) diese vergoren und dann in Lederschläuchen an die Boote gehängt. Dieses leicht alkoholische Getränk ist im Winter sehr beliebt und hält sich durch seinen Alkoholgehalt auch dementsprechend. Es ist das einzige alkoholische Getränk neben dem Tangbier.

Tangnektar
 Dies ist eine aufwendige, nichtsdestotrotz für Sachen wie Tangbier unerläßliche Prozedur.
 Hiebei werden, ähnlich wie bei Tangstaub, Raschelblätter erzeugt und dann vermahlen. Dieses Mahlgut wird aber nun nicht einfach gewaschen, sondern es wird mit (möglichst heißem) Wasser übergossen und dann gewartet und dann mit schweren Steinen gedrückt, sodaß aus dem Tuch eine weißliche Flüssigkeit in die darunter liegende Schale rinnt. Diese Flüssigkeit, die annähernd reine Stärke beinhaltet, wird nun getrocknet, bis nur mehr der eingetrocknete Stärkekuchen übrigbleibt.
 Diesem werden nun kleingeschnittene Rennschnecken (im Magen der Rennschnecken befinden sich Bakterien, die Hochmolekulare Polysaccharide in simple mono- und disaccharadie umsetzen, oder einfacher gesagt: Stärke zu Zucker wandeln) und klares Trinkwasser zugesetzt. Innerhalb weniger Tage haben die Bakterien große Teile der Stärke umgewandelt und man erhält Tangnektar (so zumindest nennen es die wenigen Besucher von Zavitaya, der originale Name Koliko-Mataëmanoi-kiritaga bedeutet nämlich Tang-(tägliches Essen)Rennschnecken-Bauchschleim und das klingt nicht so appetitilich)
 Das Endprodukt ist eine eher zähflüssige, süße Masse, die eingedickt in Tongefäßen aufbewahrt und zum Süßen von Speisen verwendet werden kann. Es ist meist nur in kleinen Mengen in Haushalten vorhanden, und gesüßte Speisen (oder gar Süßspeisen) sind äußerst hohen Festtagen vorbehalten. Leicht gesüßter Fischtee wird meist nur Kindern im Wachstum gegeben. Die Schneckenstücke werden übrigens nicht entfernt, sondern dienen als so etwas ähnliches wie Rosinen oder kandierte Früchte und werden abgeschöpft und als zuckerhaltige Delikatesse anderen Speisen, wie z.B. den gefüllten Kolikoï in kleinen Mengen beigegeben, wenn es besonders lecker schmecken soll

Den Tangnektar kann man durch Impfung mit geeigneten Bakterien und Zusatz von klarem Trinkwasser zur Gärung bringen. Das Endprodukt ist das sehr begehrte und leicht (je nach Stärke/Wasserverhältnis etwa  2-5 % Alkohol) alkoholische "Tangbier". Eine Destillation kennen die Zavitayesen nicht.
 Der Tangnektar  in seiner ursprünglichen Form wird  zur Süßung von Speisen eingesetzt und in kleinen Mengen oft anderen, würzigen (sprich tangsalzigen) Speisen zugesetzt, um einen feineren Geschmack zu erreichen.



Last update:  02:52 23/11 2006


Kleine Rezeptesammlung

Kolikoï bezeichnet nicht nur den Tang selbst, sodern auch das einfachste Produkt, daß man mit dem Tangstaub herstellt: Wasser wird mit Tangstaub gemischt und mit den hie und da auf den Oberflächen der Flöße wachsenden Schlauchpilzen vermischt. Dadurch ergibt sich ein Teig, der dann in über der Feuerstelle hängenden Töpfen gebacken wird.

Heraus kommt eine Art Fladenbrot, das eben auch Kolikoloï genannt wird. Das kann auch z.B. mit Fischen oder mit Frischtang und Krabben gefüllt, gegessen werden. Oft wird auch dem Teig bereits kleingehackte Shrimps, Tintenfische oder Muschelfleisch beigemengt.
 
Tangkekse
 Eine Festtagsspeise, die nur selten kredenzt wird, aber klassischerweise  Fremden gemeinsam mit Fischtee gereicht wird (man will ja gastfreundlich sein und zeigen, was man hat):
 
Man nehme etwa vier Tassen Tangstaub, zwei Tassen ausgelassenes Störfett und  zwei Tassen  gut auskristallisierten Tangnektar. Dazu benötigt man noch 2-3 mittelgroße Möweneier und je nach Geschmack noch möglichst eine Festlandzutat, die man sich zumeist schwierig erhandelt hat (besonders beliebt sind hier Nüsse und/oder Gewürze).
 
Den Tangstaub auf eine glatte Oberfläche häufen, oben eine kleine Mulde rein und die Möweneier darein schlagen. Das Störfett nach links häufen, den Tangnektar nach rechts. Eventuelle zusätzliche Zutaten nach vorne und hinten legen.  
 Jetzt nehme man die Akurei-Muschelschale (diese besitzt einen scharfen relativ geraden Rand und wird etwa bis 40 cm lang, Anm. des Verfassers) und hacke in den Häufchen so herum, daß man alles dabei immer wieder zur Mitte schiebt. Kann man die einzelnen Bestandteile nicht mehr auseinanderhalten, nimmt man den Brocken in die Hände und knetet ihn, bis er sich so anfühlt wie ein junger Seehecht und formt ihn zu einer Kugel, die aussehen soll wie ein mittlegroßer Kugelfisch. Das ganze legt man hin und wartet, bis er aussieht wie ein Kugelfisch, der sich nicht fürchtet.
 
Danach wird er mit einem geeigneten Mittel plattgedrückt bis er nicht dicker ist als eine Flunder und danach in kleinere Teile geschnitten. Sehr beliebt ist hierbei auch das Ausstechen mithilfe von Modeln aus Holz, die häufig den Fischotter, aber auch Fische und andere Tiere darstellen.
 
Danach werden die ausgestochenen Formen in einen geeigneten flachen, mit Störfett gut ausgeschmierten, Topf gelegt und dieser Topf inmitten von im Feuer erhitzten Steinen (zur Not reicht auch die Glut eines Feuers) platziert. Dann heißt es aufpassen, speziell in der Glutvariante: Die Kekse müssen dauernd beobachtet werden und wenn sie sich zu bräunen beginnen, sofort vom Feuer nehmen.
Die Tangkekse halten sich recht lange, sofern sie trocken gelagert werden.

Fischtee ist ein Tee aus verschiedenen Kräutern, Moosen und Wassergewächsen, der sich dadurch auszeichnet, daß ein Fisch hindurchgeschwommen ist, d.h. daß der Tee nicht aus Frischwasser, sondern größtenteils aus abgekochten Buchtwasser besteht.